Spar mit Reisetipps – für Stadt, Land, Kultur und Geschichte

Archiv für März, 2016

Kostbare Schriften im Domschatz von Quedlinburg lesen


Haben Sie schon einmal ein einem Domschatz geblättert? In Quedlinburg ist das jetzt für jedermann möglich.

Domschatz zu Quedlinburg

Domschatz zu Quedlinburg

Quedlinburger Schloss, Luftaufnahme (2015) – Wolkenkratzer

Am nördlichen Harzrand gelegen, bilden die Stiftskirche, das Schloss und die Altstadt von Quedlinburg eine von vier UNESCO-Weltkulturerbestätten in Sachsen-Anhalt.

Vor fast einem Jahrtausend beschenkte das ottonische Herrscherhaus das Quedlinburger Damenstift und legte damit den Grundstein für einen der bedeutendsten Schätze Deutschlands. In den Kriegswirren der letzten Tages des Zweiten Weltkrieges „verschwanden“ dann Teile des Domschatzes für mehrere Jahrzehnte, bis …

Vielleicht kennen Sie schon den „Jahrhundertraub von Quedlinburg„, die Odyssee des Domschatzes.

Seit Februar 2016 ist es nun erstmals für jedermann möglich, in zwei kostbaren alten Schriften aus dem Domschatz in Quedlinburg zu lesen. Das karolingische Samuhel-Evangeliar und das ottonische Otto-Adelheid-Evangeliar gehören zu den kostbarsten Teilen des Domschatzes.

„Der Mönch Samuhel fertigte die Pracht-Handschrift um das Jahr 840 an – eingefasst in Perlen, Edelsteinen und Korallen, geschrieben in Goldtinte. Eine Sensation unter Fachleuten, denn es ist die einzige vollständig erhaltene Handschrift aus der Karolingerzeit. Und diese ist von unschätzbarem Wert.“ (Terra X, 12.08.2007)

Die Besucher können nunmehr einfach in den virtuellen Seiten „blättern“, in dem sie mit einem Finger über ein modernes Touch-Display streichen. Entwickelt und installiert wurde diese Jörg Przyborowski und der Agentur IDEENGUT

Quedlinburger Kaiserfrühling

Kaiserfrühling in Quedlinburg

Kaiserfrühling in Quedlinburg – Foto: Thomas Schulze

Unmittelbar am Fuße des Schloßberges schließt sich an den Schloßplatz der Finkenherd an. Hier soll der Legende nach im Jahre 919 der Sachsenherzog Heinrich der Vogler (auch Heinrich der Finkler, * um 876; † 2. Juli 936) während des Vogelfangs die Botschaft erhalten haben, dass der Reichstag ihn zum König des Ostfrankenreiches gewählt hatte.

Nach seinem Tod im Jahr 936 wurde sein Leichnam nach Quedlinburg überführt und in der Pfalzkapelle auf dem Schlossberg bestattet. An seiner Seite wurde nach Ihrem Tod im Jahr 968 auch seine Gemahlin, Königin Mathilde bestattet. Ihr Grab und ihr steinerner Sarkophag sind erhalten geblieben, während Heinrichs Grablege leer ist.

Ihrer beider Sohn, Otto I. ließ sich 962 von Papst Johannes XII in Rom zum Kaiser krönen. Auch sein Sohn, Otto II. sowie sein Enkel, Otto III. trugen den Kaisertitel. Während der Regentschaft der ottonischen Herrscher im 10. Jahrhundert war Quedlinburg die Königspfalz, in der sie das Osterfest feierten.

Seit fast zwei Jahrzehnten wird zu Ostern und Pfingsten der Quedlinburger Kaiserfrühling inszeniert:

„Als Verneigung vor einer Stadt, die in die erste Reihe der historisch bedeutsamen Orte des frühmittelalterlichen Deutschlands gehört und sinnstiftend für das Heilige Römische Reich deutscher Nation war.“

 

Mehr über die Rückkehr des Quedlinburger Domschatzes:

 

Quedlinburg - Texas und zurück

Quedlinburg – Texas und zurück

Spurensuche im Militär-Archiv

Der Diebstahl des US-Offiziers

Der Schatz ist zurück

Porträt Willi Korte

Literatur und Links

Quedlinburg – Texas und zurück: Schwarzhandel mit geraubter Kunst

 

Hier finden Sie auch gleich die günstigsten Hotels – einfach auf das Banner klicken und auswählen:

Advertisements